Siem Reap ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, die vor allem durch die atemberaubend großen Tempelanlagen, die sich zehn Kilometer nördlich der Stadt befinden, bekannt ist. Vor einiger Zeit galt diese Destination noch als Geheimtipp, doch heutzutage wird die Stadt von rund fünf Millionen Touristen pro Jahr besucht. Trotz dieser recht hohen Besucherzahlen gibt es noch die Möglichkeit die Tempel komplett alleine, abseits der Touristenmassen zu erleben. Dies und noch weitere nützliche Ratschläge, die euch bei eurem Aufenthalt in Siem Reap weiterhelfen werden, erwarten euch in diesem Beitrag.

How to get there

Nach Siem Reap gelangt ihr ganz einfach mit dem Bus, dem Flugzeug, oder einem privaten Fahrer. Busse kommen von anderen Ländern wie Thailand oder Laos, aber auch Inlandsbusse bringen dich von einer Stadt in Kambodscha nach Siem Reap. Da diese Stadt in den letzten Jahr(zehnt)en zu einem sehr beliebten Reiseziel geworden ist, gibt es genügend Bus- aber auch Flugverbindungen, denn am Stadtrand befindet sich ein Flughafen.

Falls ihr aus dem Ausland kommt, müsst ihr euch auch um ein Visum kümmern. Was ihr dabei beachten müsst, erfährt ihr in hier!

Allgemeines zu den Tempeltouren

Um euch zu den vielen Tempelanlagen Zutritt verschaffen zu können, müsst ihr euch vorher einen Angkor Tempel Pass besorgen. Diesen Pass bekommt ihr nur an einem Ort und zwar bei der Angkor Ticket Office. Diese liegt am Weg, wenn ihr von Siem Reap zu den Tempeln fährt. Zur Auswahl gibt es drei verschiedene Pässe:

  • 1-Tagespass um 37$
  • 3-Tagespass um 62$
  • 7-Tagespass um 72$

Zahlen kann man bei der Ticketoffice übrigens in bar oder mit Kreditkarte. Wenn ihr euer Ticket nach 16:00 Uhr kauft, könnt ihr noch am selben Abend den Sonnenuntergang von einem der Tempel ansehen gratis ansehen. Das Ticket ist dann ab dem Morgen darauf gültig.

Den Kauf eines 1-Tagestickets würde ich kaum jemanden ans Herz legen. In einem Tag hat man viel zu wenig Zeit die volle Pracht der Tempel auszukosten, da es einfach viel zu viele sind, um diese in einer Tagestour unterzubringen.  Das 3-Tages-Ticket eignet sich meiner Meinung viel besser. Man muss die Tempel nämlich nicht drei Tage hintereinander besuchen, sondern hat von der Ausstellung des Tempelpasses eine Woche Zeit, um die drei Tage einzulösen. Für alle Tempelfanatiker gibt es auch noch das sieben Tages Ticket, nur zehn Dollar mehr kostet und eine komplette Tempelerfahrung garantiert.

How to get around

Der südlich gelegenste und wahrscheinlich bekannteste Tempel Angkor Wat befindet sich etwa neun Kilometer vom Stadtzentrum Siem Reaps entfernt. Es gibt mehrere Möglichkeiten zu den Tempeln zu gelangen: Man kann sich entweder einer Tour anschließen, die mit einem Tuk-Tuk, einem klimatisierten Minivan oder Bus zu den Tempeln fährt, euch einen privaten Chauffeur organisieren oder euch ein Fahrrad oder ein Motorrad mieten. Wenn ihr die Tempel abseits der Touristenmassen erleben wollt, entscheidet ihr euch am besten für eine der letzten beiden Varianten. Da könnt ihr eure Route individuell gestalten und könnt euch vor allem durch die Staus, die sich manchmal in Siem Reap zur Rush Hour bilden, geschickt durchschlängeln. Ein Fahrrad kostet pro Tag 2$ und ein Scooter 4$, wobei man den Sprit noch dazurechnen muss. 

Deine perfekte Angkor-Tempel-Route

Trotz der tausenden Touristen, die die Tempelanlagen täglich besuchen, gibt es noch die Möglichkeit diese Bauten alleine und menschenleer zu erleben. Im Grunde gibt es dafür genau eine Regel, die man beachten muss: Die Touristentouren starten beim bekanntesten Tempel, Angkor Wat, und fahren dann in Richtung Norden. Um den Massen aus dem Weg zu gehen, beginnt ihr daher am Besten im Norden und bewegt euch Richtung Süden. Dafür solltet ihr früh aufstehen, um diese historischen Stätten menschenleer zu erleben. Außerdem wird es um die Mittagszeit auch sehr warm und die Tempeltouren können bei solch warmen Temperaturen schnell zur Qual werden…

Wenn ihr einen 3-Tagespass habt, merkt euch folgende Route, denn da werdet ihr auf kaum eine Menschenseele treffen, während ihr durch die Tempel schlendert:

Tag 1

Angkor Wat

Startet mit dem berühmtesten Tempel, der sogar die kambodschanische Flagge ziert: Angkor Wat. Eine beliebte Aktivität ist es, um 4:30 Uhr aufzustehen und den Tempel im Morgengrauen zu besuchen, um dann etwa um 6:30 Uhr die Sonne hinter dem großen Bauwerk aufgehen zu sehen. Wenn ihr ein Fan von Sonnenaufgängen seid und ihr euch dieses Spektakel nicht entgehen lassen möchtet, stellt euch darauf ein, dass ihr diesen Moment mit Hunderten teilen werdet, denn die Anlage ist in der Früh beinahe überfüllt. 

Warten auf den Sonnenaufgang

Daher schlage ich vor, dass ihr euch etwas länger ausschlafen könnt und um 6:00 Uhr vor Ort seid, denn zu dieser Zeit sperrt der große Tempel auf. Parkt euer Gefährt außerdem an der Ostseite des Tempels und betretet diesen auch von jener Seite. Während die Massen sich auf der Westseite der Anlage befinden und gebannt Richtung Osten blicken, habt ihr die Möglichkeit Angkor Wat (fast) alleine zu erkunden. Erst nach Sonnenaufgang strömen die Mengen in den Tempel, da könnt ihr aber schon zu eurem nächsten Stopp weiterschauen.

Euer nächster Halt ist der verwachsene Tempel Ta Prohm. Auch diese Tempelanlage ist sehr bekannt und wird von sehr vielen Touristen gerne besucht. Versucht daher so schnell wie möglich nach eurem Besuch bei Angkor Wat zu diesem Tempel zu kommen. Da ihr euer Fortbewegungsmittel schon an der Ostseite von Angkor Wat geparkt habt, ist der Weg zu Ta Prohm auch nicht mehr so weit. Auch hier werdet ihr zu dieser Uhrzeit noch auf relativ wenig bis gar keine weiteren Touristen treffen. Nach diesem Halt könnt ihr noch die umliegenden Tempel ansehen. 

Tag 2

Bayon East Gate

An diesem Tag könnt ihr etwas länger schlafen, denn ihr solltet idealerweise erst um 7:00 Uhr beim Osttor von der Tempelanlage Bayon sein. Um diese Uhrzeit trefft ihr dort garantiert niemanden an und das Morgenlicht eignet sich gut für Fotos. Ab 7:30 Uhr öffnet auch der Haupttempel der Anlage: Bayon, der Tempel mit den lächelnden Gesichtern. Auch dieser ist sehr bekannt und beliebt, deswegen versucht dort zu sein, sobald der Tempel öffnet. Haltet euch an diesen Zeitplan, denn als ich den Tempel eine Stunde später besucht habe, war dieser bereits von Menschen überfüllt. Danach könnt ihr noch die restlichen Tempel dieser Anlage besuchen, die sich teilweise in kleinen bewaldeten Fleckchen verstecken. Also viel Spaß bei der Suche!

Tag 3

Ta Som

An eurem letzten Tag mit dem Angkor-Tempelpass startet ihr am besten ab 6:45 Uhr bei einem relativ nördlich gelegenen Tempel: Preah Khan. Daraufhin könnt ihr euch auf den Weg zu dem Tempel Ta Som machen, der ab 7:30 Uhr geöffnet ist. Auf dem Weg dorthin befinden sich auch die Anlage Neak Pean, die ihr in der Zwischenzeit natürlich auch besuchen könnt, wenn ihr Zeit dazu findet. Danach fährt ihr wieder Richtung Siem Reap und könnt bei den Tempeln, die euch bei eurem Weg in den Süden auffallen, natürlich auch stehen bleiben!

Bantei Kdei

Empfehlenswert ist es sich bis zum späten Vormittag bei den Tempeln aufzuhalten und sich danach wieder in die Stadt zu begeben. Es wird zur späteren Stunde schlichtweg zu heiß und man kann den organisierten Touren samt Touristen schlechter ausweichen. Bucht euch eine Unterkunft, die einen Pool hat, denn da könnt ihr dann nach einem anstrengenden Vormittag etwas entspannen. 

Abendprogramm gefällig?

Abends bietet Siem Reap eine zahlreiche Auswahl an Nachtmärkten, durch die man durchschlendern und sich eventuell ein Andenken kaufen kann. Zu den bekanntesten Märkten zählt der Old Market, den man nur sehr schwer übersehen kann, da er sich direkt im Zentrum neben der hochfrequentierten Pubstreet befindet. In der Nähe davon befindet sich der eigentliche Nachtmarkt, der Angkor Night Market, der erst ab Sonnenuntergang bis in die Nacht hinein geöffnet geöffnet hat. Noch näher liegt allerdings der Art Center Night Market. Um zu diesem Markt zu gelangen, müsst ihr lediglich den Fluss überqueren und dann seid ihr auch schon dort!

Zudem gibt es an der Riverside, zwischen dem Art Center Night Market und dem Old Market eine Straße an der sich ein Streetfoodstand an den nächsten reiht. Hier könnt ihr auf Plastikhockern ein vollwertiges Abendessen um lediglich 1$ verzehren!

Unweit von den Streetfoodständen befindet sich die Pubstreet: Eine lange Straße an der man auch Restaurants, aber hauptsächlich Bars vorfindet. Hier könnt ihr euren Abend nett ausklingen lassen!