Bevor es für mich wieder zurück ans Festland ging, besuchte ich noch für zwei Tage die malaysische Insel Langkawi. Wie ich bereits in meinem letzten Tagebucheintrag erwähnt habe, bereiste ich diese Insel von Thailand aus, denn Langkawi befindet sich näher an den thailändischen Inseln als am malaysischen Festland.

Aussicht von der Skybridge in Langkawi

In diesen zwei Tagen mietete ich mir ein Motorrad und sah mir die Insel etwas an. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es hier nämlich nicht, obwohl die Insel mit Rund 480 Quadratkilometern alles andere als klein und überschaubar ist.

Im 3D Art Museum - dem zweitgrößten 3D Museum der Welt

Bei meiner Erkundungstour besichtigte ich den Norden der Insel, wo es mir sehr gut gefiel, sah mir einige Museen an und fuhr mit einer Gondel zu der bekannten Skybridge, wo man einen schönen Ausblick über die Insel erhält. Außerdem hielt ich mich auch eine Zeit lang in großen Shoppingmalls auf, denn Langkawi gilt als Duty-free-Zone. Aus diesem Grund gibt es hier vor allem Süßigkeiten, Alkohol und Zigaretten zu einem sehr günstigen Preis. Internationale Markensüßigkeiten sind von Haus aus rar in Asien und falls sie doch irgendwo angeboten werden, dann zu einem sehr hohen Preis. Deswegen war hatte ich eine große Freude, als ich diese großen Mengen an günstiger Schokolade zu Gesicht bekam!

Ich benötigte schließlich auch eine Wegzerrung, denn nach meinem kurzen Aufenthalt auf Langkawi ging es per Flugzeug nach Jakarta – in die Hauptstadt Indonesiens.

Sonnenuntergang in Langkawi

Obwohl Jakarta als eine äußerst unattraktive Stadt gilt und ich dem voll und ganz zustimmen kann, verbrachte ich eineinhalb Wochen dort. Ich habe nämlich bei einem Sommerjob ein Mädchen kennengelernt, das ursprünglich aus Jakarta kommt und ein Praktikum bei derselben Firma wie ich absolviert hatte. Sie hatte mich damals schon eingeladen sie zu besuchen und mir angeboten bei ihr zu wohnen und das machte ich dann auch.

In Jakarta war etwas Trauriges sehr auffallend für mich: In der 10-Millionen-Einwohner-Metropole ist die Kluft zwischen arm und reich enorm. Ich hatte Glück, denn in den eineinhalb Wochen hatte ich unter anderem ein eigenes Zimmer, mit Ankleideraum und Bad, sowie ein Fitnessstudio, eine Sauna, drei Haushälterinnen und einen Chauffeur, die immer auf Abruf bereit waren, zu Verfügung. Während ich in einem klimatisierten Wagen durch die Innenstadt chauffiert wurde, sah ich obdachlose Leute an den Straßenrändern betteln und unweit von wunderschönen Villen befanden sich schmutzige Slumsgegenden. Die Gegensätze waren echt enorm und ich bekam für eineinhalb Wochen einen Einblick in den Alltag einer wohlhabenden asiatischen Familie.

Nach dieser interessanten Zeit flog ich eine Stunde lang nach Zentraljava, in die Stadt Yogyakarta. Indonesien ist nämlich das größte Land Südostasiens, dessen Fläche sich auf über 17500 Inseln verteilt. Während meinem einmonatigen Aufenthalt in diesem vielfältigen Land hielt ich mich auf den beiden Inseln Java und Bali auf.

Taman Sari Wasserpalast

In Yogyakarta, oder Jogja – so wird die Stadt nämlich von den Locals genannt – hielt ich mich für zwei Tage auf. Ich flog bereits um 5:45 Uhr in Jakarta ab und kam auch dementsprechend früh in Yogyakarta an. So konnte ich auch meinen Ankunftstag voll und ganz nützen. Ich besuchte das bekannte Wasserschloss Taman Sari, das eine interessante Geschichte zu erzählen hat: In diesem Palast befinden sich nämlich verschiedene Wasserbecken, die früher als Pools dienten, und ein Turm. Der Sultan warf früher eine Rose in eines der Becken, in dem die schönsten Frauen der Gegend schwammen. Diejenige, die die Rose fing, durfte mit dem Sultan vor den Altar treten. Vielleicht hat sich die Fernsehshow Bachelor ja hiervon etwas inspirieren lassen…

Gleich in der Nähe davon befand sich die Underground Mosque, also eine Moschee, die sich unter dem Erdboden befindet. Danach sah ich mir noch eine Batik- und eine Silbermanufaktur an, denn beides wird in dieser Region zu Unmengen produziert. Außerdem marschierte ich auch eine Zeit lang ziellos durch die Straßen, um mir ein möglichst gutes Bild von der Stadt machen zu können!

Am nächsten Morgen klingelte mein Wecker bereits um 4:45 Uhr, denn ich wollte möglichst früh bei den zwei bekanntesten Tempeln der Gegend sein. Diese beiden Tempel befinden sich etwas außerhalb von Jogja und da ich mir weder ein Motorrad mieten, da der Verkehr hier etwas wilder war, noch mich einer organisierten Tour anschließen wollte, organisierte ich mir für einen Tag einen Fahrer, der mich mit seinem Motorrad zu den Tempeln brachte. Der Fahrer kostete mich witzigerweise nur ein kleines bisschen mehr als eine organisierte Tour und ich konnte dafür aber selbst bestimmen, wo es lang ging und ich konnte auch unterwegs stehen bleiben. Zudem versorgte mich der Fahrer auch noch mit interessanten Fakten über die Gegend.

Borobodur Tempel

Eigentlich war es ausgemacht, dass ich mit dem Fahrer um 5:00 Uhr von meinem Hostel aus wegfahren sollte, doch es gab ein Problem: Die Eingangstore meiner Unterkunft waren verriegelt und weder ein Mitarbeiter noch ein Schlüssel waren aufzufinden. Nachdem ich schnell festgestellt hatte, dass es absolut keinen Weg gab, das Hostel auf regulärem Weg zu verlassen, kletterte ich auf das Dach, und glitt einen Laternenmasten entlang wieder auf den Boden. Das kostete mich zwar einige Nerven, da das Dach an manchen Stellen ziemlich fragil war, doch ich schaffte es unversehrt wieder zurück auf den Boden!

Der Grund, warum ich es so eilig hatte, zu dem ersten Tempel zu gelangen war nämlich folgender: Der Tempel Borobodur gilt aufgrund seiner einzigartigen Architektur als DER Touristenmagnet schlechthin und wird vor allem von Schulklassen unter der Woche schlechthin überrannt. Ist man jedoch früh genug dort, kann man den Tempel noch in einer etwas ruhigeren Umgebung erleben. Etwa eine halbe Stunde nachdem ich den Tempel erreicht hatte, kamen auch schon die ersten Schulklassen an und es war vorbei mit der Ruhe. Viele dieser Schulen befinden sich nämlich am Land und die Kinder bekamen an diesem Tag zum ersten Mal eine westlich-aussende Person in Wirklichkeit. Dementsprechend beeindruckt waren viele der Kinder auch von meinem Äußeren und bald hatte ich das Gefühl, dass ich für sie schon fast interessanter war, als die eigentliche Touristenattraktion.

Nachdem ich dutzende Erinnerungsfotos mit den Schülern und einige Interviews (ja, wirklich) gegeben hatte, machte ich mich auf den Weg zurück zu meinem Fahrer. Der Tempel gefiel mir übrigens sehr gut. Die Architektur war einfach atemberaubend und ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr hinaus! Die regelrechte Belagerung der Kinder dimmte die Stimmung zwar etwas für mich, aber dennoch zählt dieser buddhistische Tempel zu den Highlights, die ich in Indonesien zu Gesicht bekommen habe.

Chicken Church

Bevor es zu dem größten alleinstehenden hinduistischen Tempel der Welt ging, machte ich noch einen kurzen Halt bei der wohl witzigsten Kirche, die ich jemals gesehen habe. Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei der Bukit Rhema Chicken Church um eine Kirche, die in der Form eines Huhns gestaltet ist. Am Dach der Kirche befindet sich außerdem auch eine Aussichtsplattform, wo man einen großartigen Ausblick auf die Umgebung erhält.

Der letzte Stopp an diesem intensiven Tempeltag war der hinduistische Tempel Prambanan. Auch dieser Tempelkomplex war äußerst beeindruckend und ich wurde von zwei Mädchen gratis durch den Tempel geführt. Die beiden waren echt beeindruckend, denn sie waren echt top informiert, sie konnten mir jede Frage beantworten, waren äußerst bemüht und nahmen sich sehr viel Zeit mir alles ausführlich zu erklären!