Die nächste Zeit sollte vor allem folgendes bringen: Viel Sonne, Meer, Entspannung und eine ansehnliche Bräune… Um schon etwas vorweg zu nehmen: All dies habe ich in den kommenden Wochen auch erlebt – und noch vieles mehr!

Ausgangspunkt meiner Reise in den Süden war Thailands Hauptstadt, wo ich bis zuvor fast eine Woche festgesteckt bin. Warum das so war? Das erfährst du in meinem letzten Tagebucheintrag. Nur so viel kann ich sagen: Fad ist mir in dieser Zeit auch nicht geworden.

In Bangkok kaufte ich mir jedenfalls ein Bus/Fährenticket nach Koh Tao. Koh steht im thailändischen übrigens für Insel. Diese Info mal vorab, denn dann werden die meisten Namen meiner folgenden Destinationen gleich mehr Sinn für euch ergeben.

Warten im Fährenterminal

Um auf Koh Tao zu gelangen fuhr ich um 20:00 Uhr in Bangkok mit einem Nachtbus ab. Mir wurde gesagt, dass dieser Bus einen Stopp bei einer Raststation um Mitternacht machen würde und danach bis 6:00 Uhr morgens ohne weitere Zwischenhalte zum Fährenterminal fahren würde. Aus diesem Grund vertrieb ich mir die Zeit bis Mitternacht, in weiser Voraussicht darauf, dass ich nach dem Stopp bei der Raststation zu fünf bis sechs Stunden Schlaf kommen würde. Allerdings wurde mir bei diesem Vorhaben ein Strich durch die Rechnung gemacht: Der Bus stoppte nämlich schon um 3:30 Uhr und ich musste mir die Zeit bis zum Ablegen der Fähre im Hafen irgendwie vertreiben. Im Grunde lief es darauf hinaus, dass ich die kommenden Stunden, meine Wertsachen fest an mich gepresst, im Halbschlaf im Fährenterminal verbrachte – wie übrigens auch die restlichen, über den Zeitplan verdutzten Busreisenden.  

Irgendwann im Laufe des Vormittages legte die Fähre endlich ab und das rhythmische Schaukeln, das bei Einigen vielleicht Seekrankheit verursacht, wiegte mich in einen angenehmen Schlaf.

Vier Tage verbrachte ich schließlich auf Koh Tao. Diese Insel wird übrigens als eine der schönsten Thailands bezeichnet und dem kann ich nur zustimmen. Die Strände sind paradiesisch und die Insel ist von Palmen und anderen tropischen Pflanzen bewachsen. Massentourismus sucht man auf Koh Tao vergebens. Anstelle von Luxusresorts reihen sich hier einfachere Bambushütten als Unterkünfte an manchen Stränden aneinander.

Viewpoint auf Koh Tao

Obwohl diese Insel vor allem als Tauchparadies bekannt ist und sehr viele Backpacker nur, oder vor allem hierher kommen, um ihren Tauchschein zu machen, habe ich das nicht gemacht. Aus dem einfachen Grund, weil mich tauchen nicht so sehr reizt und ich mich einige Meter unter Wasser nicht mehr hundertprozentig wohl fühle. Deswegen verbrachte ich meine Zeit auf Koh Tao vorwiegend über der Wasseroberfläche am Strand oder bei einem der vielen Viewpoints, wo man einen atemberaubenden Ausblick über die Insel erhält.

Als nächstes ging es mit der Fähre auf die nur 30 Kilometer entfernte Insel Koh Phangan. Diese Insel ist vor allem als Backpacker-Party-Destination bekannt, hat aber noch so viel mehr zu bieten. Ich sollte beide Seiten der Insel in den nächsten 48 Stunden kennenlernen. Auf Koh Phangan findet nämlich einmal im Monat die Full-Moon-Party statt. Diese gilt als die größte Party in Südostasien, wird von (fast) allen Seiten sehr gehypt und das wollte ich mir dann natürlich auch nicht entgehen lassen. Ich kam also am Tag vor der Full-Moon-Party auf Koh Phangan an und sah mir an diesem Tag auch etwas von der Insel an. Da zog es mich zu ein paar Aussichtspunkten und zu den Stränden im Osten der Insel. Dort findet man eher eine entspanntere, ruhigere Atmosphäre als im Süden der Insel, wo sich die Party-Szene abspielt. An diesem kurzen Inselbesichtigungstag war mir klar, dass man hier auch ruhig länger verweilen könnte. Mein Plan war allerdings ein anderer: Am Tag nach der Full-Moon-Party (die übrigens nur eine riesengroße Beachparty mit vielen, eher weniger legalen Substanzen und meiner Meinung nach den Hype eher weniger wert war) ging es für mich weiter zum Khao Sok Nationalpark.

Um dorthin zu gelangen, wurde ich mit einer Fähre wieder ans Festland chauffiert, um von dort mit einem Minivan zu einer Raststation gebracht zu werden. Nach einer kurzen Wartezeit wurde ich mit einem Tuk Tuk zu einem etwas größeren Busbahnhof gebracht, wo ich in einen großen Bus umstieg. Mit diesem Bus fuhr ich noch eine Zeit lang, bis ich nach insgesamt neun Stunden Reisezeit im Dorf vom Khao Sok Nationalpark ankam.

Am nächsten Morgen schloss ich mich einer Tour an, mit welcher ich mich zwei Tage lang am See des Nationalparks aufhalten sollte. Von einer Bootsablegestelle im Nationalpark aus ging es mit einem Longtailboot quer durch die Seenlandschaft des Nationalparks. Beeindruckend große Kalksteinfelsen ragten aus dem Wasser hervor und die ganze Szenerie erinnerte mich an die Halong Bucht im Norden Vietnams, nur mit deutlich angenehmeren Temperaturen.

Während dieser Tour wurden einige Safaris am See veranstaltet, wo wir tatsächlich mehr als nur einmal Wildtiere zu Gesicht bekamen. Außerdem machten wir auch eine Wanderung durch den Dschungel und durch eine Höhle, die teilweise unter Wasser stand. Übernachtet wurde in sogenannten floating Bungalows. Dabei handelt es sich um kleine Bambushäuschen, die mitten im See gelegen sind – Anschluss zum Festland oder Empfang gab es nicht. Der Strom war auch nur limitiert, aber das tat dem wunderschönen Ausblick, den man von seinem Bungalow aus hatte gar nichts ab.

Nach Beendigung der Tour ging es für mich noch am selben Tag in die Küstenstadt Krabi. Von dort aus kommt man zu den bekannten thailändischen Inseln in der andamanischen See.

 

In Krabi verbrachte ich nicht mal einen ganzen Tag. Hier verlängerte ich mir lediglich mein Visum bei der Einwanderungsbehörde, bevor es zu weiteren Inseln ging. Das Verlängern des Visums stellte sich Gottseidank als sehr unkompliziert heraus und war binnen wenigen Augenblicken erledigt. Am selben Nachmittag ging es noch mit der Fähre auf die Phi Phi Islands – eine Destination, auf die ich mich insgeheim schon besonders gefreut hatte. Bekannt wurden diese beiden Inseln vor allem durch den Film Beach mit Leonardo Dicaprio in der Hauptbesetzung. Seitdem gilt dieser Ort als der Innbegriff des Paradieses schlechthin. Das sehe ich eigentlich auch so, denn die landschaftlichen Gegebenheiten sind einfach traumhaft. Weiße Sandstrände, türkisblaues, klares Meerwasser, umringt von Kalksteinfelsen, die in atemberaubende Höhen ragen – einfach ein optisches Highlight.

Allerdings war ich nicht als Einzige der Meinung, dass es sich hierbei um ein außerordentlich schönes Fleckchen handelt. Der Massentourismus hat die Phi Phi Islands nämlich schon seit längerem komplett für sich vereinnahmt. Vom „richtigen Thailand“ findet man hier keine Spur mehr. Nein ich übertreibe nicht, es war tatsächlich so, dass ich das erste Mal in meiner Zeit hier in Asien sozusagen einen „Kulturschock“ hatte. Gepflasterte Straßen, Souvenirshops an jeder Ecke und noch viel viel mehr Touristen. Trotzdem blieb ich ein paar Tage auf hier und es entwickelte sich eine richtige Hassliebe für diesen Ort…

Hass deswegen, weil die Insel dermaßen von Touristen überflutet ist und es auch abends kaum wo ein ruhiges Fleckchen gibt, da sich die Insel auch unter Party-Urlaubern sehr beliebt ist. Ich spreche hierbei übrigens immer nur vom „Hauptdorf“ beziehungsweise dem Hauptort der Insel, der am Hafen gelegen ist. Natürlich gibt es an entlegeneren Orten der 12 Quadratkilometer großen Insel auch ruhigere Orte. Diese befinden sich allerdings in großen Luxusresorts, die für mein Backpacker-Budget auch nicht unbedingt eine Option waren.

Liebe deswegen, weil ich, wie auch so viele andere Touristen, von den landschaftlichen Gegebenheiten einfach nur beindruckt war. Ich kann den Hype ganz und gar nachvollziehen, schade ist jedoch, dass man sich wie die Sardinen in der Dose fühlt, da von dem unberührten Paradies leider keine Spur mehr vorhanden ist.

Nach diesem paartägigen Aufenthalt ging es mit der Fähre auf Koh Lanta, eine etwas größere Insel, die etwas weniger „paradiesisch“ sein, wo aber dafür eine entspanntere Atmosphäre herrschen sollte.

Allein die Tatsache, dass die Insel mit rund 340 Quadratkilometern um ein Vielfaches größer ist, als Koh Phi Phi, trägt auf Koh Lanta einiges zur Atmosphäre bei. Natürlich finden sich auch hier jede Menge Urlauber, jedoch sind diese auf Koh Lanta nicht auf so einen kleinen Raum geballt wie auf den Phi Phi Islands.

Genau eine Woche verbrachte ich schließlich auf Koh Lanta und unternahm dort vergleichsweise eher wenig. Genau genommen hatte ich dort eine tägliche Routine, die in etwa so aussah: SCHLAFEN – ESSEN – STRAND – ESSEN – SCHLAFEN. Dabei ging ich wirklich jeden Tag zum selben Strand, der sich nur wenige Meter von meiner Unterkunft entfernt befand und ließ mir dort die Sonne auf den Bauch scheinen. Die Abende verbrachte ich meistens gemütlich in meinem Hostel, das von außerordentlich netten Leuten geführt wurde und sehr heimelig war. Es gab dort übrigens gratis Snacks, bei denen man sich rund um die Uhr bedienen konnte und dort stiegen auch hauptsächlich Alleinreisende ab, also war es echt einfach viele nette, neue Leute kennenzulernen.

Nach dieser entspannten Woche ging es 130 Kilometer weiter in den Süden – auf Koh Lipe, meiner vorerst letzten Destination in Thailand. Wie das Koh im Namen schon verrät, handelte es sich auch hierbei um eine Insel. Mit einer Fläche von gerade mal vierheinhalb Quadratkilometern wird diese Insel auch oft als „die Malediven Thailands“ bezeichnet. Diese Insel war für mich eine Mischung aus den beiden Inseln, die ich zuvor besucht hatte. Sie war um einiges kleiner und wurde auch von sehr vielen Touristen besucht, allerdings war all dies noch immer von einer entspannten Atmosphäre umgeben. An gewissen Orten gab es auch lokale Marktstände, wo sich vorwiegend die Inseleinwohner mit Gemüse, Früchten und Co. eindeckten – kurz gesagt: es war noch sehr authentisch und nicht zu sehr vom Tourismus vereinnahmt.

Auf Koh Lipe genoss ich noch einige Tage, die ich jeden Tag an einem anderen Strand verbrachte. Die verschiedenen Strände waren aufgrund der überschaubaren Größe der Insel auch ganz einfach zu Fuß zu erreichen. Die landschaftlichen Gegebenheiten waren auch hier unglaublich schön. Noch nie zuvor habe ich so kristallklares, türkisblaues Wasser gesehen. Umgeben ist die Insel übrigens auch von zahlreichen Korallenriffen, sodass ich nicht weit hinausschwimmen musste, um ein spektakuläres Schnorchelerlebnis zu haben. Nach meiner Zeit auf dieser Insel ging es weiter mit der Fähre nach Malaysia, wieder zu einer Insel, die sich aber näher bei den thailändischen Inseln als beim malaysischen Festland befindet…