Nach einer 13-stündigen Busfahrt in einem recht komfortablen Sleepingbus erreichte ich die Stadt, die mit achteinhalb Millionen Einwohnern die größte Vietnams ist: Ho-Chi-Minh-Stadt. Kommend von einem kleinen Städtchen wie Kampot, das lediglich knapp 50.000 Einwohner vorweisen kann, war ich in Ho-Chi-Minh-Stadt anfangs reichlich überfordert. Das Getümmel auf den Straßen, das Hupen und die vielen Menschen waren zu diesem Zeitpunkt einfach zu viel für mich. Deshalb beschloss ich, die Stadt nach nur 12 Stunden Aufenthalt auch schon wieder zu verlassen.

Sleepingbus

Ich buchte mir ein Busticket nach Mũi Né, einem Küstenstädtchen, das vor allem für seine großen Sanddünen bekannt ist. Die Busfahrt in den 220 Kilometer entfernten Ort dauerte vier Stunden und verlief ruhig. In Mũi Né angekommen, checkte ich in mein Hostel ein, für welches ich lediglich 76 Cent pro Nacht zahlte. Als ich den Preis sah, war ich zuerst etwas skeptisch, jedoch hatte das Hostel alles was man brauchte: Handtücher, Bettdecken, Warmwasser und sogar einen Pool. Im benachbarten Party-Hostel gab es auch jeden Abend Events, denen man beiwohnen und ganz leicht neue Leute kennenlernen konnte.

Am nächsten Tag schloss ich mich einer Tour an, bei welcher ich die bekannten Sanddünen und den Fairy Stream besuchte. Die Tour startete zu Mittag und obwohl ich von organisierten Touren eigentlich nicht so ein Fan bin, war ich von dieser durchaus begeistert. Die erste Station war der bekannte Fairy Stream. Dabei handelt es sich um einen Bach, umringt von roten Sanddünen und Gestein, den man flussaufwärts hinaufwatet. Wie alle anderen meiner Tourgruppe erwartete auch ich am Ende des Baches etwas Besonderes, doch uns erwartete „nur“ ein kleiner Wasserfall, der nicht besonders spektakulär war.

Nach diesem etwas enttäuschenden Start fuhren wir zu den weißen Sanddünen, die alles andere als unspektakulär waren. Beim Eingang konnte man sich ein Quad mieten, doch ich zog es vor die Dünen zu Fuß zu erkunden. Das Hinaufgehen stellte sich als anstrengender heraus, als anfänglich gedacht, doch das machte mir nichts aus. Da ich mich zuvor noch nie in wüstenähnlichen Gefilden aufgehalten habe, war dies eine komplett neue Erfahrung für mich. Ich wanderte die Dünen also hinauf und hinunter und gab mein Bestes den Sand nicht in meine Augen gelangen zu lassen. Es war nämlich sehr windig und der Sand wurde ab und an richtig aufgewirbelt. Ich überlebte den Ausflug bei diesen Dünen jedoch ohne mir eine Bindehautentzündung zuzuziehen und nach diesem zweiten Stopp, der mich sehr beeindruckt hat, ging es weiter zu den roten Sanddünen. Dort sollten wir eigentlich den Sonnenuntergang ansehen, doch dieser wurde von einer Wolkenwand verdeckt. Diese Sanddünen waren bedeutend kleiner als die weißen und sehr überlaufen, deswegen gefielen sie mir auch nicht so gut.

Am Ende der Tour wurden wir wieder zu unseren Hostels gebracht und dort buchte ich mir ein Busticket nach Đà Lạt, eine Stadt, die etwas weiter nördlich gelegen ist.

Auf nach Đà Lạt

Die Fahrt nach Đà Lạt war etwas weniger gemütlich für mich. Ich musste mich in dem Sleepingbus nämlich zwischen zwei andere Personen kuscheln und die Straße war so schlecht beschaffen, dass es mich alle paar Meter fast aus meinem Sitz beförderte. Nach sechs Stunden rumpeliger Fahrt erreichte ich endlich die auf 1500 Metern Seehöhe gelegene Stadt Đà Lạt. Von der Busstation aus musste ich noch 45 Minuten zu meinem Hostel marschieren, was mir jedoch nichts ausmachte, da ich so auch gleich etwas von der Stadt sah. Nachdem ich mein Gepäck in der Unterkunft verstaut hatte, machte ich mich schon auf die Suche nach einem Motorradverleih, da mir gesagt wurde, dass man die Umgebung mittels Motorrad am besten erkunden kann.

Crazy House

Ich mietete mir das Motorrad für eineinhalb Tage und fuhr nach einem kurzen, unkomplizierten Vertragsabschluss auch schon los. Als erstes besuchte ich das Crazy House, das für seine ungewöhnliche Architektur bekannt ist und mich etwas an Gaudís Bauten in Barcelona erinnerte. Ich verbrachte dort gut eine Stunde, da mich die Bauweise dieses Hauses, das übrigens auch als Übernachtungsort gebucht werden kann, sehr faszinierte. Danach ging es für mich etwas außerhalb der Stadt zu der Linh-Phuoc Pagode. Leider fing es in der Zwischenzeit ziemlich zu regnen an und mir wurde während der Fahrt sehr kalt. Zudem war die Pagode extremst mit chinesischen Touristen überfüllt, deswegen machte ich nur rasch ein paar Fotos, bevor ich wieder zurückfuhr. Mein letzter Stopp an diesem Tag war der Night Market, bei dem ich mir ganz viel leckeres und billiges Streetfood gönnte. Daraufhin fuhr ich im strömenden Regen wieder zurück in meine Unterkunft.

Elephant Waterfall

Am nächsten Tag nutzte ich ein zweistündiges Sonnenfenster aus und fuhr mit dem Motorrad zu dem acht Kilometer vom Stadtzentrum entfernten Elephant Waterfall. Viele Leute sagen, dass dieser Wasserfall der spektakulärste der Gegend sei und dem kann ich definitiv zustimmen! Es war schlichtweg atemberaubend einen Wasserfall von solch einer Größe zu sehen – sogar für mich, obwohl ich von Wasserfällen eigentlich nicht sooo leicht zu beeindrucken bin.

Nach diesem Stopp holte mich leider der Regen ein und ich machte mich bei unzureichender Sicht und noch schlechterem Wetter auf meinem Weg zurück ins Stadtzentrum. Dort angekommen schlenderte ich noch etwas den Gassen entlang und kaufte mir ein Busticket zu meiner nächsten Destination…