Nachdem ich zwei rasante Tage in Bangkok verbracht hatte, in denen ich mir den Wat Arun ansah, zu den „Lungs of Bangkok“ fuhr, viel gutes Essen aß, mir die Haare schneiden ließ und von der Hitze überwältigt war, kaufte ich mir ein Busticket nach Kambodscha für den nächsten Tag.

Um 8:00 Uhr morgens wurde ich von einem Mopedtaxi von meiner Unterkunft abgeholt und zur wenigen Minuten entfernten Bushaltestelle gebracht. Nach einer kurzen Wartezeit ging es auch schon los. Der Bus war zum Glück klimatisiert und anfangs auch noch nicht so überfüllt wie gegen Ende der Reise, sodass ich zwei Sitze für mich hatte und noch eine Weile vor mich hin dösen konnte. Kurz vor der kambodschanischen Grenze machte der Bus eine einstündige Mittagspause, in der man sich etwas zu Essen bestellen konnte und den Visaantrag für Kambodscha ausfüllen musste. Danach ging es direkt zur Grenze, bei der wir alle aussteigen mussten, da die Grenze zu Fuß überquert werden muss. Kurz vor der Grenzüberquerung bekamen wir Reisenden noch einige Tipps bezüglich des Umgangs des Geldes in Kambodscha. Mehr dazu erfährt ihr in diesem Beitrag.

Die Grenze musste ich sozusagen in zwei verschiedenen Teilen überschreiten: Im ersten Schritt reist man aus Thailand aus, gibt seine Departurecard ab und bekommt einen Stempel in seinen Pass. Daraufhin geht man über eine Brücke gehen und überquert Straße, um zum zweiten Teil zu kommen: Der Einreise nach Kambodscha. Dafür muss man in einen kleinen Raum gehen, sich anstellen und warten bis man beim Schalter an der Reihe ist. Beim Schalter wird das Visum kontrolliert, die Arrivalcard abgenommen, man bekommt einen Stempel in seinen Pass und man muss Fingerabdrücke machen.

Nach diesem Prozedere konnte ich wieder in den Bus einsteigen und die Fahrt ging weiter. Der Bus war mittlerweile leider nicht mehr so spärlich besetzt wie zu Beginn der Reise und schön langsam wurde die Zeit auch lang – ich war bis dahin schließlich schon mehr als sieben Stunden unterwegs.

Nach weiteren drei Stunden Busfahrt erreichten der Bus endlich Siem Reap – meinen Aufenthaltsort für die nächsten Tage. Die Reiseleiter der Busfahrt hatten sogar Tuk Tuks organisiert, die jeden Reisenden gratis ins Stadtzentrum brachten. Ich zahlte meinem Fahrer einen kleinen Aufpreis, damit er mich direkt zu meiner Unterkunft etwas nördlich des Stadtzentrums fuhr.

Den nächsten Tag verbrachte ich einigermaßen ruhig: Nachdem ich mich anständig ausgeschlafen hatte, legte ich mich den restlichen Vormittag an den Pool und genoss das schöne Wetter. Am späteren Nachmittag mietete ich mir ein Fahrrad, um mir die Gegend etwas genauer anzusehen und den Angkor Tempel Pass zu kaufen, um mir in weiterer Folge den Sonnenuntergang von Angkor Wat, dem bekanntesten Tempel, der sogar die kambodschanische Flagge ziert, aus anzusehen. Für den Sonnenuntergang war ich leider ein kleines bisschen zu spät, aber es war trotzdem schön diese große Tempelanlage in der Dämmerungsstimmung zu sehen.

Am nächsten Tag klingelte mein Wecker bereits um 4:30 Uhr, denn ich wollte mir den Sonnenaufgang bei dem Tempel Angkor Wat ansehen und ihn diesmal nicht verpassen. Mit meiner Kamera, eineinhalb Liter Wasser und ohne Frühstück im Magen machte ich mich schließlich wieder mit dem Fahrrad auf den Weg in Richtung Norden. In der Tempelanlage war, wie ich es mir schon im Vorhinein gedacht habe, sehr viel los, denn ich war schließlich nicht die Einzige, die sich den Sonnenaufgang bei so einem besonderen Plätzchen ansehen wollte. Ich schlenderte also etwas herum und wartete bis der Tempel um 6:00 Uhr geöffnet wurde. Während sich die großen Menschenmassen außerhalb des Tempels aufhielten, um sich den Sonnenuntergang zu Gemüte zu führen, ging ich hinein und hatte den großen Tempel daher fast ganz für mich alleine – es war atemberaubend und ich war echt froh, dass ich in diesem Moment annähernd alleine war.

Nach dem Sonnenaufgang strömten auch schon die ersten Reisegruppen in den Tempel – das war dann das Zeichen für mich, dass es an der Zeit war weiterzuziehen. Die nächsten Tempel, die ich mir ansah, befanden sich in der Tempelanlage Bayon, deren bekanntester Tempel jener mit lächelnden Gesichtern aus Stein ist. Bevor ich jedoch diesen Tempel besichtigte, machte ich mich auf den Weg zum Osttor der Anlage, da das Licht für tolle Fotos bei diesem Tor morgens schließlich am besten ist. Dort war ich wirklich mutterseelenallein und verwendete daher mein Fahrrad als Stativ, um ein Foto mit Selbstauslöser hinzubekommen.

Danach fuhr ich wieder in den zentralen Bereich der Tempelanlage und spazierte durch die bewaldeten Bereiche – immer noch ganz alleine, ohne weitere Touristen. Mein letzter Stopp an diesem Tag war der Haupttempel dieser Anlage: Der Tempel Bayon. Zu diesem Zeitpunkt haben es aber leider auch schon die Touristenmassen dorthin geschafft, weshalb ich mich nur kurz dort aufhielt. Nach diesem intensiven Tempel-Vormittag schwang ich mich wieder auf mein Rad und machte mich auf den Heimweg. Dieser gestaltete sich eher als beschwerlich, da ich noch immer nichts gegessen hatte und es sehr, sehr heiß war.

Am Abend sah ich mir das Zentrum Siem Reaps etwas genauer an und kehrte bei einem der vielen Streetfoodständen zum Abendessen ein. Da bekommt man übrigens für lediglich einen Dollar ein vollwertiges Abendessen! Nach einigen Runden am Nightmarket und einem Abstecher in der Pubstreet radelte ich nach diesem anstrengenden Tag auch schon wieder nach Hause.

Der dritte Tag in Siem Reap begann nicht ganz so früh wie der vorherige. Mein Wecker klingelte diesmal um 6:00 Uhr morgens und ich machte mich daraufhin wieder auf zu den Tempeln mit meinem Rad, diesmal mit Frühstück im Gepäck. Das Wetter war an diesem Tag für solch eine Tempelhoppingtour auch besser, denn es war bewölkt und nicht ganz so heiß. Deswegen hielt ich diesmal auch länger durch und fuhr insgesamt 42 Kilometer mit dem Rad, um so viel wie möglich zu sehen!