“Hallo Sophie, hast du nicht Lust 284 Kilometer in den Norden zu fahren, um deine Reise spontan zu verlängern?” – Diese Nachricht bekam ich kurz vor Mitternacht in Patras, 24 Stunden bevor ich mich nach meiner einmonatigen Griechenlandreise auf den Heimweg machen wollte. Und ich dachte mir:”Warum eigentlich nicht?!” Gleich am nächsten Tag suchte ich, über mehreren Umwegen, den Standort der Reederei der Fähre auf, die mich wieder nach Venedig bringen sollte. Ich stornierte die Tickets erfolgreich und buchte sie um: Anderer Hafen, vier Tage später. Danach machte ich mich auf dem schnellsten Weg wieder zum Hotel zurück und packte meinen Koffer in Rekordzeit. Mit drei Bussen, hohen Temperaturen und nicht viel Beinfreiheit ging es schließlich in viereinhalb Stunden 284 Kilometer in den grünen und bewaldeten Norden Griechenlands. Dort sollten noch ein paar entspannte Tage auf mich zukommen…

Die perfekte Ruheoase

Karavostasi Beach

Kurz vorweg: Ja, ich bin erst 18, also noch “jung und quickfidel” und habe gerade eine einmonatige Reise hinter mir und darf mich daher nicht über zu viel Stress, oder Überlastung aufregen. Das will ich auch nicht. Aber es ist trotzdem schön vier Tage lang einfach mal NICHTS zu tun und die Seele baumeln zu lassen. Na, ratet mal was ich getan hab…?

Ich verbrachte meine Zeit am Karavostasi Beach, einem Strand der nur wenige Schritte von meinem Hotel entfernt und praktisch menschenleer war. Man fühlte sich fast ein kleines bisschen weiter weg von zu Hause, als man tatsächlich war, da einem die Felsen, die aus dem Meer herausragten, an den James Bond Film, der in Thailand gedreht wurde, erinnern. Es ist nicht jedermanns Sache, das ist klar, aber für alle die etwas Ausspannen wollen, ist ein Stopp bei diesem Strand ein MUSS!

Naturgewalten und Steine in der Badehose

Die perfekte Welle

Ihr müsst wissen, dass es kurz vor Vollmond war, als ich meine Zeit am Karavostasi Beach verbrachte. Dies könnte eventuell der Grund für die folgenden Ereignisse sein: Das Meer war zu dieser Zeit nämlich alles andere als ein stilles Wässerchen. Es entwickelten sich Wellen, die bis zu zwei Meter hoch wurden und das war nicht nur ein optisches Highlight. Nach einiger ruhiger Zeit am Strand, die ich zum Entspannen nutzte, stürzte ich mich in die Fluten. Ich ließ mich entweder treiben, oder versuchte den Wellen irgendwie stand zu halten – dies funktionierte, wie man am oberen Bild erkennen kann, nicht immer so gut. Es war wirklich lustig, obwohl man sich immer wieder eine Handvoll kleiner Steine aus der Badehose holen musste, die während des Wellengangs dort landeten. Man merkte gar nicht, wie die Zeit verstrich und war am Ende ganz schön ausgepowert. Dieser Strand ist also auch für Wasserraten definitiv einen Stopp wert!

Flusswanderung durch den Acheron – eine Angelegenheit, bei der man gelegentlich kalte Füße bekommt

Acharon

Früher Eingang der Unterwelt, heute gut besuchte Touristenattraktion. Der Fluss Acheron, der sich im Nordwesten Griechenlands befindet, spielte in der griechischen Mythologie eine bedeutende Rolle. Falls ihr jetzt eine genaue historische Schilderung der Ereignisse wünscht, seid ihr hier jedoch falsch – dafür dienen jegliche Suchmaschinen im Netz, oder doch das gute alte Geschichtebuch. Ich möchte euch lediglich von meinen Gänsehaut-Momenten bei dieser Wanderung erzählen – ihr werdet meine Wortwahl gleich verstehen!

Zu Beginn der Wanderung ging ich einen kleinen Pfad neben dem Fluss entlang. Bevor ich jedoch zur “offiziellen Einstiegsstelle” gelangte, machte ich mich mit der eisigen Temperatur des Wassers vertraut und watete ein ganz kleines Stückchen den Fluss hinauf, entschied mich aber bald wieder auf den trockenen Pfad zurückzukehren. Auch später bei der tatsächlichen Einstiegsstelle hatte sich an der Wassertemperatur nicht viel geändert. Die ersten paar… nein die ersten vielen Meter fühlten sich meine Füße wie die reinsten Eiszapfen an. ABER – ich habe es selbst nicht für möglich gehalten – es wird mit der Zeit tatsächlich besser! Nach einigen Metern muss man jedoch Bereiche durchschreiten, wo einem das Wasser bis zur Brust reicht. Dies war definitiv die größte Herausforderung und wirklich sehr, sehr kalt – wie man an meinem Gesichtsausdruck gut erkennen kann…

Acharon

Auch bei diesen tiefen Stellen habe ich mich überwunden. 40 Minuten nach Antritt der Wanderung wurde es mir aber endgültig zu kalt und ich machte mich auf den Rückweg. Ich empfehle unbedingt frisches trockenes Gewand mitzunehmen, in dem ihr euch nach der Wanderung wieder aufwärmen könnt. Denn wir werdet definitiv durchgefroren sein!

Fazit: Auch wenn ich es mir ehrlich gesagt zuerst nicht wirklich vorstellen konnte – die “Strapazen” zahlt sich wirklich aus, denn der Ausblick, den man zu sehen bekommt, ist wirklich gewaltig. Die Felswände, durch die sich der Fluss schlängelt, ragen meterhoch hinauf – es ist einfach erstaunlich. Jedoch sollte für diesen Ausflug ein sehr warmer Tag mit unbewölktem Himmel eingeplant werden, da es sonst einfach zu kalt wäre.